Annett Louisan
"Der Blender"

mit jedem Fingerschnipp von ihm
wirst du Berge versetzen und
Schlußstriche zieh’n
und du wirst über tausend Leichen
geh’n
nur um ihn einmal noch lächeln zu
sehen
du wirst deine Ziele verraten, deine
Eigenarten bereu’n
er wird dich betrügen und du, du
wirst ihm verzeih’n
und ganz egal welchen Part
du in Wirklichkeit dabei spielst
er wird es jedesmal schaffen
daß du dich schuldig dafür fühlst

Er ist ’n Blender erster Güte
wie ein Schmetterling leicht
er nimmt ’n Schluck von jeder Blüte
solang der Vorrat reicht
du bist für Ihn doch bloß’n Spielplatz
er verschaukelt dich täglich mehr
dein Name schwimmt in seinem
Wortschatz
wie ein Tropfen im Meer

er ist’n Blender – ein Blender

du wirst versuchen ihn zu versteh’n
wirst jeden Irrweg den er dir weist
ganz bis zum Ende geh’n
auf seine Weise ist er ja ehrlich
und es prickelt so herrlich
wenn er dich ausmacht und anmacht
doch das Spiel ist gefährlich
du hebst ab, du fliegst, und
vergehst vor lauter Begierde
nach seinen süßen Seufzern...
jetzt komm mal zurück auf die Erde
glaub mir ich kenn das Gefühl wie es
ist
wenn sie unter dir bebt
denn ich hab diese ganze Scheiße
schon einmal mit ihm durchlebt

Er ist ’n Blender...

Ich weiß er wird dir fehlen
doch er brennt nicht lang in dir
er ist so flüchtig wie der Nebel
auf den Straßen früh um vier

Er ist ’n Blender